Meine erste Reise nach Venezuela
- Mike Nitschke
- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Wie ich im Land ankam: Ich landete an einem Dienstagnachmittag auf dem Flughafen Maiquetía. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich aus dem Flugzeug stieg und diese tropische Brise spürte, die einem signalisiert, dass man Europa hinter sich gelassen hat. Die Einreise verlief reibungsloser als erwartet; mein Reiseleiter erwartete mich mit einem Schild und einem Lächeln, das mich sofort beruhigte. Von dort aus fuhren wir die Autobahn entlang, die sich zwischen Bergen und Meer schlängelt, und beobachteten, wie die Lichter von Caracas wie Diamanten im Tal zu funkeln begannen.
Was ich erwartete: Ehrlich gesagt war mein Koffer voller Vorurteile und Vorsicht. Ich erwartete eine chaotische Stadt, ein schwer zu durchschauendes Land und eine Natur, die ich nur durch ein Hotelfenster sehen würde. In meinem deutschen Kopf suchte ich nach der mir vertrauten Ordnung: strenge Zeitpläne, markierte Wege und geschlossene Museen. Ich erwartete, ein distanzierter Beobachter einer tropischen Realität zu sein.
Warum Venezuela meine Art zu reisen veränderte: Venezuela ließ mich nicht nur Zuschauer sein; es zwang mich, ein Teil davon zu werden. Ich habe gelernt, dass wahrer Luxus nicht in einer perfekt ausgearbeiteten Reiseroute liegt, sondern darin, mit Blick auf den Angel Falls zu frühstücken, die Gischt im Gesicht zu spüren oder zu entdecken, dass Colonia Tovar Traditionen bewahrt, die in meinem Heimatland kaum noch zu finden sind.
Dieses Land hat meine Art zu reisen verändert, denn es hat mich gelehrt, Spontaneität und menschliche Herzlichkeit mehr zu schätzen als Logistik. Ich habe erfahren, dass Sicherheit im Respekt vor einheimischen Führern liegt und dass die reinste Schönheit an Orten zu finden ist, wo es kein WLAN gibt, wo aber die Seele berührt wird. Venezuela hat mir gezeigt, dass Reisen nicht nur bedeutet, Orte auf einer Karte abzuhaken, sondern die Unermesslichkeit eines Tepui zu erleben und sich die eigene Kleinheit und die Weite der Welt vor Augen zu führen. Ich bin mit weniger Gewissheiten, aber mit einem viel offeneren Herzen nach Hause zurückgekehrt.

.jpg)
Kommentare